Think 2030: Wie Asset, Property und Facility Management 2030 aussehen werden

Sep 27, 2021 11:11:54 AM ALLGEMEIN

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Wer 2030 denken will, muss es wagen, die Dinge radikal anders anzupacken. Wie würden wir heute auf der grünen Wiese die Asset-, Property- und Facility Management Geschäftsarchitektur konzipieren, damit wir am Ende dieses Jahrzehnts eine Aufstellung haben, die wirklich in der Lage ist, die versprochenen Potentiale der Digitalisierung zu nutzen? 

Historisch sind die Funktionen von Asset Management, Property Management und Facility Management im kommerziellen Immobliliengeschäft oftmals getrennt. Das mag gute Gründe gehabt haben im letzten Jahrhundert, aber diese Aufstellung führt auch zu einer Reihe von Herausforderungen, die man in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts eigentlich nicht mehr erwarten würde: Asset, Property und Facility Management Unternehmen agieren in vielen Fällen immer noch als organisatorische und datentechnische Silos, obwohl die Leistungserstellung für die Nutzer von Immobilien eigentlich nahtlos über alle beteiligten Partner erstellt werden muss. Die Folge sind Prozesse mit verhältnismässig geringer Effizienz und Qualität durch viele Medienbrüche und eine Intransparenz über das aktuelle Geschehen in Gebäuden. Am deutlichsten werden die Hindernisse aus der Industrie-Aufstellung bei den stark wichtiger werdenden Nachhaltigkeitsthemen, die kaum vernünftig abgebildet werden können, wenn keine durchgängige Systemlandschaften vorhanden sind. 

Die nächste Generation von Immobilienbetreibern kommt

Doch es gibt Hoffnung: In den vergangenen fünf Jahren PropTech Entwicklung haben sich in praktisch allen funktionalen Bereichen marktreife, cloudbasierte Softwarelösungen entwickelt, die sich zu nahtlos integrierten Plattformen zusammenbauen lassen. Mehr und mehr etablierte Player wie ERP Hersteller verstehen ebenfalls, dass closed-shop Architekturen keinen Weg in die Zukunft mehr darstellen können. Dokumentierte, offene APIs werden auch in der Immobilienwirtschaft zur kompromisslosen Kernanforderung, die Kunden an ihre Software-Infrastruktur stellen werden. 

Digitales Mietermanagement steigert nachhaltig die Effizienz

Digitale Betreiber sind zuallererst digital: Sie stützen sich auf eine kombinierte Plattform, die alle Kernprozesse des Mietermangements, des kaufmännischen sowie des technischen Property Managements durchgängig abbilden und die verschiedenen Partner nahtlos integrieren. Auf einer solchen Plattform können dann die Rollen neu verteilt werden: die klassische Aufteilung in Asset, Property und Facility Management wird in dieser Vision nicht Bestand haben - vielmehr werden wir neue Rollen entstehen sehen. Insbesondere werden die durch Effizienzgewinne auch Ressourcen frei, um wirklich wertschöpfende Tätigkeiten direkt am Mieter erbringen zu können. Nach unseren Modellen sind Effizienzeinsparungen von bis zu 30% bei gleichzeitiger Erhöhung der Nutzerzufriedenheit und voller Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte von Anfang an mit kompromisslos verfolgten Digital Operator Ansätzen möglich. 

Treiber einer solchen Vision sind die Immobilieneigentümer, oder die Vertreter derselben im Asset Management, die das mit ihren Partnern umsetzen. Eine Digital Operator Plattform lässt sich nicht über Nacht realisieren, und sie sollte auch nicht auf einen Schlag eingeführt werden: Die in der Software-Entwicklung erprobten agilen Vorgehensweisen empfehlen sich hier. Auch hat sich gezeigt, dass insbesondere Neubauten sich gleichsam als Träger des Vorantreibens neuer integrierter Prozesse eignen. Wer heute anfängt, eine solche integrale Betriebsplattform zu konzipieren, wird in einem Zeitraum von 2-3 Jahren die Basis gelegt haben, um ab 2025 die Effekte der Digitalisierung zum Nutzen der Nutzer, Eigentümer und aller Beteiligten voll zu realisieren - und dann wird 2030 tatsächlich eine Industriestruktur vorherrschen, die mit dem althergebrachten Rollenteilungsmodell nicht mehr viel gemeinsam hat.

Über Stefan Zanetti, Gründer und President of the Board von Allthings

Stefan ist eine der prägenden Gründerfiguren der Proptech Szene in Europa. Er ist fasziniert von der Entwicklung völlig neuer Dinge und Dienstleistungen, am liebsten von Grund auf. Während der Schulzeit baute er Heissluftzeppeline und programmierte Rechenmaschinen um, später im Leben begann er, Unternehmen aufzubauen. Im Jahr 2013 gründete er Allthings, sein drittes ETH-Spin-off nach Synesix und Careware. Mit Allthings, der inzwischen führenden Mietermanagement-Plattform für Immobilieneigentümer und Bestandshalter, um ihre Gebäude mit digitalen Dienstleistungen für ein besseres Leben und Arbeiten in Gebäuden auszustatten, kombinierte er seine Begeisterung für Kundeninteraktionsdesign, Risiko- und Nachhaltigkeitsmanagement mit seiner Leidenschaft für neue Technologien und Software.


 

If you want to think 2030, you have to dare to do things radically differently. How would we design the asset, property and facility management business architecture on a greenfield site today so that by the end of this decade we have a setup that is truly capable of exploiting the promised potential of digitization? 

Historically, the functions of asset management, property management and facility management have often been separated in the commercial real estate business. This may have had good reasons over the last century, but this setup also leads to a number of challenges that one would not really expect to see in the 1920s: Asset, property, and facility management companies in many cases still operate as organizational and data silos, even though service delivery to property users actually needs to be seamlessly created across all partners involved. The result is processes with relatively low efficiency and quality due to many media discontinuities and a lack of transparency about what is currently happening in buildings. The obstacles from the industry set-up become most obvious in the case of the sustainability topics, which are becoming much more important and can hardly be mapped sensibly if there are no continuous system landscapes. 

The next generation of real estate operators is coming

But there is hope: In the past five years of PropTech development, market-ready cloud-based software solutions have emerged in virtually all functional areas that can be assembled into seamlessly integrated platforms. More and more established players like ERP vendors also understand that closed-shop architectures can no longer be the way forward. Documented, open APIs are becoming the uncompromising core requirement that customers will place on their software infrastructure in the real estate industry as well.

Digital tenant management sustainably increases efficiency

Digital operators are first and foremost digital: they rely on a combined platform that seamlessly maps all core processes of tenant management, commercial as well as technical property management and seamlessly integrates the various partners. On such a platform, roles can then be redistributed: the classic division into asset, property and facility management will not endure in this vision - rather, we will see new roles emerge. In particular, the efficiency gains will also free up resources to provide truly value-adding activities directly to tenants. According to our models, efficiency savings of up to 30% while increasing user satisfaction and taking full account of sustainability aspects are possible from the outset with digital operator approaches that are pursued without compromise. 

The drivers of such a vision are the property owners, or the representatives of the same in asset management, who implement this with their partners. A digital operator platform cannot be realized overnight, nor should it be introduced in one fell swoop: The agile approaches tried and tested in software development are recommended here. It has also been shown that new buildings in particular are suitable for driving new integrated processes forward, as it were. Anyone who starts designing such an integral operating platform today will have laid the foundation in a period of 2-3 years to fully realize the effects of digitization from 2025 onwards for the benefit of users, owners and all stakeholders - and then in 2030 an industry structure will actually prevail that no longer has much in common with the traditional role division model.

About Stefan Zanetti, Founder und President of the Board of Allthings

Stefan is one of the defining founding figures of the proptech scene in Europe. He is fascinated by developing completely new things and services, preferably from scratch. While in school he built hot air zeppelins and reprogrammed calculating machines, later in life he started building companies. In 2013, he founded Allthings, his third ETH spin-off after Synesix and Careware. With Allthings, now the leading tenant management platform for real estate owners and portfolio holders to equip their buildings with digital services for better living and working in buildings, he combined his enthusiasm for customer interaction design, risk and sustainability management with his passion for new technologies and software.